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Fehlinformationen und die Problematik der Richtung

(Vorbemerkung: Kommt man bei uns die Treppe runter, findet man gleich rechts den Ticketschalter und etwas weiter vorne links den Kundenservice)

Kunde kommt die Treppe runter, stellt sich vor unseren Schalter, so dass sich der Kundenservice rechts hinter ihm befindet und er wieder zur Treppe schaut, wo er gerade hergekommen ist.

 Kunde: Sind Sie hier der Kundenservice?

Ich: Nein, tut mir leid, den finden Sie dort vorne links. *deute mit der Hand in die entsprechende Richtung*

Kunde (scheint meine Geste nicht mitbekommen zu haben): Aber Ihr Kollege oben hat doch gesagt, der Service ist die Treppe runter und links!

Ich (verwirrt): Eh, ja. Das ist ja auch so... da vorne links. *entsprechende Geste*

Kunde (wird langsam lauter und sichtlich genervt): Aber links sind doch Sie! *deutet auf mich, die JETZT auf seiner linken Seite befindet, nachdem er sich nach der Treppe UMGEDREHT hat*

Ich: Schauen Sie, wenn Sie die Treppe runter kommen, DANN ist links...

Kunde (unterbricht mich): Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? Ich weiß doch wohl, wo rechts und links ist! Und SIE sind links!

(Das geht so noch zwei Mal.)

Ich (gebe auf): Wissen Sie was? Der Kundenservice ist rechts hinter Ihnen. *mache exakt die gleiche Geste wie zuvor*

Kunde (zutiefst befriedigt und bestätigt): Na sehen Sie, geht doch!  (und stapft davon)

Gleicher Kunde (kommt zwei Minuten später aus dem Service wieder): Wissen Sie, Sie sollten Ihrem Kollegen da oben mal sagen, dass er die Kunden nicht in die falsche Richtung schicken darf. Ist ja eine Unverschämtheit!

 

(Wenigstens hat er nicht noch darauf hingewiesen, dass ich als Frau mich ja sowieso nicht mit Richtungen auskenne *seufz*)

13.12.11 17:50


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Platzierungen oder: Bring Farbe ins Spiel und es ist aus!

Basics zum Verständnis: Im Verkaufsgespräch zeige ich den Kunden meinen Bildschirm, auf dem ein Saalplan der jeweiligen Veranstaltung zu sehen ist. Markiert werden darauf noch freie Sitzplätze jeweils in der Farbe der jeweiligen Kategorie. Dunkel markiert sind alle bereits besetzten Tickets. Recht simples System oder? Theoretisch ja...

 Ich erkläre dem Kunden das System der Farben:

Ich: Alles was sie hier im Plan farbig sehen, ist noch zu haben. Alles was dunkelgrau ist, ist leider schon weg.

Kunde: Aha! Dann ist ja noch alles frei.

Ich (verwirrt weil die Veranstaltung schon ziemlich gut verkauft ist): Eh... nein, die farbig markierten Kästchen sind noch zu haben... *deute drauf, um den Unterschied klar zu machen*

Kunde: Aha! Also die gelben noch, ja?

Ich: Ja, zum Beispiel... und die roten, blauen, grünen und pinken auch.

Kunde: Aha! Die pinken auch! So... Und die roten?

Ich (frage mich langsam, ob ich undeutlich spreche): Ja genau, die verschiedenen Farben zeigen, welcher Preiskategorie der Platz entspricht. *deute auf die Preistabelle*

Kunde: Aha! Also die roten kosten so viel... *deutet auf einen roten Platz, ich nicke* Und was kostet dann der Platz hier? *deutet auf einen roten daneben*

Ich (frage mich langsam, ob der gute Mann mich auf den Arm nehmen möchte): Das ist auch rot und kostet somit das Gleiche...

Kunde: Aha! Ja und der hier... *deutet auf einen anderen Platz*

(Das Spiel zog sich noch eine Weile so weiter, bis der Kunde sich schließlich für zwei Karten entscheiden konnte. )

Kunde: Vielen Dank für Ihre nette Beratung und Ihre Geduld... wissen Sie, ich bin ja farbenblind, da hab ich manchmal Probleme...

 

Und während er ging, fragte ich mich ernsthaft, warum er dieses unwichtige Detail für so belanglos hielt, dass er es mir nicht 15 Minuten vorher mitteilen konnte.

10.12.11 18:02


Frau von S. oder der lange Arm der Geheimdienste

Frau im langen Pelzmantel, auf dem Kopf ein riesiges, leicht wirres Nest aus Haaren, eingefallene Wangen, ein hageres Erscheinungsbild.

Sie geht durch die Regalreihen, scheint nichts bestimmtes zu suchen, murmelt halblaut vor sich hin. Ich widme mich wieder meinem Computer und sehe erst wieder auf, als sie an meinen Tresen tritt.

Ich frage sie nach ihren Wünschen, als sie sich plötzlich ruckartig vor und über die Tresenplatte beugt, mich näher zu sich winkt.

Haben Sie's schon gehört?“, flüstert sie heiser in bester Mafia-Manier. „Der Marienplatz und der Viktualienmarkt stehen unter Beobachtung von FBI und CIA... die wissen alles, die sehen alles!“

Mir fehlen in diesem Moment die Worte zu einer angepassten Erwiderung, was in einer wenig gelungenen Fischimitation meinerseits endet.

Die alte Dame stört sich nicht weiter daran.

Sie müssen aufpassen! Auch wenn Sie's nicht glauben, wenn die Sie erst mal verhaftet und verhört haben, wissen Sie schon Bescheid! Dann werden Sie schon sehen, was los ist! Wenn sie da in der Zelle sitzen!“ Sie echauffiert sich immer mehr, ihr Gesicht nimmt einen gesunden Rotton an.

Noch ehe ich endlich antworten kann, dreht sie sich auch schon wieder um und tritt den strategischen Rückzug an: der Sicherheitsdienst, den einer meiner Kaufhaus-Kollegen gerufen hat, ist im Anmarsch.

Und nun werde auch ich aufgeklärt: die Dame ist bereits eine alte Bekannte. Sie nimmt sich gerne Cds mit, bringt diese auch brav wieder, nachdem sie sie gehört hat. Nur vergisst sie leider immer das Bezahlen vor dem Verlassen des Geschäfts und verwechselt die Verkäufer gerne mal mit Taliban-Angehörigen.

4.2.10 19:48


Die Problematik des Gewerbes

Ein Kunde tritt mit einem Stapel Cds an den Tresen. Er hält Sie mir unter die Nase.

"Nehmen Sie Geld?"

Die Frage verblüfft mich in diesem Moment so, dass ich das erste antworte, was mir in den Sinn kommt: "Kommt drauf an, wofür..."

Der Kunde lacht höchst amüsiert und zwinkert mir zu. "Na Sie gehen aber ran! Wusste gar nicht, dass das Kaufhaus L. auch solche Dienste anbietet", gibt er mir schlagfertig, wenn auch nicht ganz ernst gemeint Kontra. 

Ich stutze, bis mir die Zweideutigkeit meiner eigenen Aussage auffällt. Der Kunde ist immerhin so höflich, meinen tomatenroten Kopf und eine Abwiegelung ohne weiteres zu akzeptieren und sich den Weg zur Kasse zeigen zu lassen.

3.2.10 18:40


Taubstumme Sänger und andere Katastrophen

Eingegangen in die Firmenchroniken und ganz hoch im Ranking unserer 'Best of Ticketservice' ist diese uns überlieferte Anekdote:

Wir befinden uns viele Jahre vor meiner Zeit, als die Rolling Stones ein Konzert in München gaben. Der Vorverkaufsstart war lange angekündigt und dementsprechend groß der Kundenansturm auf die Tickets.

Die diensthabenden Kollegen sind also den ganzen Tag ausschließlich damit beschäftigt nur eine einzige Frage zu stellen:  "Stehplatz oder Sitzplatz?", da ohnehin alle Kunden Tickets für die Altrocker haben wollen.

Zumindest bis ein Kunde älteren Semesters an den Tresen tritt und den Vorverkäufer mit einer Art mildem Tadel ansieht. "Ich hätte gerne Karten für den taubstummen Sänger, weiß aber leider nicht, wann der auftritt..."

Der Kollege stutzt irritiert und benötigt einen Moment, um aus dem eingebrannten Schema wieder aufzutauchen. "Wie bitte?"

Der Kunde wiederholt seine Frage geduldig.

Verwirrt und immer noch mit den Gedanken im Rolling-Stones-Armageddon versunken, versucht der Kollege einen Treffer im System zu erzielen. Kein Eintrag.

Plötzlich durchzuckt ihn ein Gedanke.

"Sie meinen Andrea Bocelli?!", fragt er ein wenig entgeistert.

Der Kunde nickt enthusiastisch. "Genau der!"

Der Vorverkäufer schüttelt fassungslos den Kopf. "Der tritt nicht in Deutschland auf... und außerdem... ist der blind..."

Ein enttäuschter Kunde zieht ab und zurück bleiben zwei Ticketvorverkäufer und eine Gruppe Stones-Fans, die sich allesamt fragen, warum sich jemand eine dreiviertel Stunde in eine endlos lange Schlange an einen Ticketschalter stellt, um nach Tickets für einen TAUBSTUMMEN Sänger zu fragen.

3.2.10 18:31


In den unendlichen Weiten des Kaufhauses...

Zwei Stunden vor Geschäftsschluss. Ein junger Mann tritt gemächlich an den Tresen. Groß, dunkle Haare, sympathisches Erscheinungsbild auf den ersten Blick und scheint es keineswegs eilig zu haben.

Er lächelt mich an. "Wo sind denn die Toiletten?"

Ich lächle zurück und antworte: "Die finden Sie im 2. Stock." (Zur Erinnerung: wir befinden uns gerade im 5. Stock des Kaufhauses).

Er senkt den Blick, wirkt verlegen und ein wenig enttäuscht.

"Oh, wie schade... da komme ich nicht hin..." Er zuckte entschuldigend die Schultern, zieht ein Gesicht, als hätte ihm ihm eben die Sprengung des Gebäudes mitgeteilt.

Dann verabschiedet er sich höflich und geht.

3.2.10 18:05


Nach vorne blicken oder warum manche Eltern einen Führerschein bräuchten!

Eine Mutter tritt mit ihrer etwa zehnjährigen Tochter an meinen Tresen. Ich begrüße sie, sie grüßt freundlich zurück, möchte sich aber nur umsehen.

Ich beobachte und warte auf einen geeigneten Moment, meine Hilfe anzubieten. Dabei komme ich nicht umhin, das kurze Gespräch der beiden zu belauschen - nicht, dass ich das absichtlich tun würde, niemals!

Die Tochter nimmt einen Flyer aus dem Ständer und meint: "Da würde ich gerne hingehen!" Sie zeigt ihn ihrer Mutter. Diese runzelt die Stirn.

"Das war schon..." Sie nimmt dem Kind das Papier ab und stopft es energisch in den Ständer zurück. "Das Konzert war schon... du weißt doch, du sollst immer nur in die Zukunft schauen... nicht der Vergangenheit nachhängen, neinein..." Sie blickt ihre Tochter strafend an, die sichtlich verständnislos ist. Wobei sie dabei nicht die einzige ist. Auch ich frage mich, worauf die gute Frau eigentlich hinaus will, verkneife mir aber eine entsprechende Frage.

"Immer nur in die Zukunft blicken, alles andere bringt nichts! Nicht in der Vergangenheit leben..." Sie lächelt mich zustimmungsheischend an. Automatisch - und weil mir absolut die Worte fehlen - nicke ich und sehe den beiden hinterher, wie sie wieder abziehen.

Ich bin mir sicher, das Kind und ich hatten in dem Moment den selben Gedanken: HÄ?!

5.12.09 19:18


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